Wartung und Instandhaltung von Glaskonstruktionen

Wartung und Instandhaltung von Glaskonstruktionen | Glasschäden

Konstruktionen aus Glas erfordern in der Regel einen erhöhten Reinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Dies gilt insbesondere für sicherheitsrelevante Konstruktionen, wie beispielsweise für absturzsichernde, betretbare oder begehbare Verglasungen sowie für Verglasungen, die am Lastabtrag beteiligt sind, wie etwa Glasschwerter und -balken. Zum Erhalt der Funktionsfähigkeit während der gesamten Lebensdauer ist für sie eine sachgerechte Wartung und Pflege erforderlich. Aufgrund der vielfältigen Glaskonstruktionen können dabei jedoch keine allgemeingültigen Maßnahmen definiert werden. Allerdings sollten sicherheitsrelevante Bauteile (z.B. Verschraubungen von Haltern, Verbundsicherheitsglas, etc.) regelmäßig überprüft und bei Bedarf nachgebessert bzw. ersetzt werden.

Vertikalverglasungen
Die Lebenserwartung von Verglasungen im Fassadenbereich ist für gewöhnlich kürzer, als die im Glaserei üblicherweise geforderten 50 Jahre. Bei senkrechten Fassadenkonstruktionen kann von folgenden mittleren Lebenserwartungen ausgegangen werden:

  • 25 Jahre bei Mehrscheiben-Isolierverglasungen
  • 20 Jahre bei Glasabdichtungen durch Dichtprofile
  • 12 Jahre bei Glasabdichtungen durch Dichtstoffe (Silikone, etc.)

Glasdächer

Bei Glasdächern sind die genannten mittleren Lebenserwartungen meistens noch kürzer, da die Beanspruchungen im Vergleich zu senkrechten Flächen deutlich höher sind. Dies betrifft vor allem Isolierverglasungen, bei denen ein turnusmäßiger Austausch bereits nach einem Zeitraum von 15 Jahren eingeplant werden sollte. Wie auch bei sicherheitsrelevanten Glaskonstruktionen wirkt sich eine regelmäßige Reinigung mit festen Intervallen, bei der organische Verschmutzungen entfernt und unnötige Einschränkungen in der Entwässerung vermieden werden können, positiv auf die Lebenserwartung von Glasdächern aus.

Richtwerte zu Wartungsintervallen können aus der VDI 6200 Standsicherheit von Bauwerken – Regelmäßige Überprüfung abgeleitet werden. Die Richtlinie stuft Bauwerke bzw. Konstruktionen in eine Schadensfolgeklasse und in eine Robustheitsklasse ein, die jeweils mit Vorgaben für die Bestandsdokumentation und Anforderungen an die Überprüfenden verbunden sind. Danach sollten:

  • Dachkonstruktionen regelmäßig (mindestens ein- bis zweimal jährlich) inspiziert und gewartet werden
  • der Zustand von Dachabdichtungen, An- und Abschlüssen sowie Durchdringungen im Rahmen der Inspektion aufgenommen und dokumentiert werden
  • unerwünschte Ablagerungen und Fremdbewuchs im Rahmen der Wartung entfernt werden
Fugen
Fugen im Glasbau sind je nach Bauteillage und Orientierung als Wartungsfugen zu verstehen. Da sie unter Umständen chemischen, biologischen, physikalischen und mechanischen Einflüssen ausgesetzt sind, muss von einer eingeschränkten Dauerhaftigkeit ausgegangen werden. Aus diesem Grund ist die Funktionsfähigkeit der Fugen in regelmäßigen Zeitabständen zu überprüfen. Dies betrifft in erster Linie Fugen in Flächen, die einer direkten Bewitterung und atmosphärischen Einflüssen (UV-Bestrahlung, Feuchte- und Temperatureinwirkung) ausgesetzt sind, wie dies in Glasdachkonstruktionen der Fall ist. Bei Anzeichen einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit sollten diese erneuert werden, da sonst mit Folgeschäden in Form von Undichtigkeiten zu rechnen ist.Beschichtete Gläser
Auch auf der Außenseite beschichtete Verglasungen, wie beispielsweise selbstreinigende Gläser bedürfen einer regelmäßigen Wartung. Vor allem die Glasoberfläche sollte turnusmäßig gereinigt werden, auch wenn dies in längeren Zeitabständen erfolgen kann, als bei herkömmlichen Verglasungen.

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FAQ – Die wichtigsten Fragen im Überblick

Floatglas ist ein klar durchsichtiges Glas höchster Qualität. Dabei beschreibt "Float" das Herstellungsverfahren bei dem die flüssige Glasschmelze über flüssiges Zinn fließt. Das moderne Floatglas-Herstellungsverfahren hat zwischenzeitlich praktisch alle früheren Produktionsverfahren für klares Flachglas abgelöst.
Ornamentglas ist ein im Maschinen-Walzverfahren hergestelltes Glas. Es wird farblos oder auch farbig ohne oder mit Drahtnetzeinlage, mit ein- oder beidseitig strukturierter Oberfläche erzeugt. Es ist lichtdurchlässig, aber nur vermindert durchsichtig. Als Ornamentglas (Gussglas) wird gegossenes und gewalztes Flachglas bezeichnet, das im Walzverfahren hergestellt wird und überwiegend in Innenräumen zum Einsatz kommt. Es ist nicht klar durchsichtig (transluzent) und weist eine besondere Struktur auf, die bei der Herstellung entsteht. Dabei wird die flüssige Glasmasse durch strukturierte Walzen geführt, deren Muster sich dann im Glas abbilden. So werden mehr oder weniger transparente, aber immer transluzente Gläser erzeugt. Je nach Dichte der Muster ergeben sich unterschiedliche Sichtschutzfaktoren
Glasflächen müssen regelmäßig gereinigt werden, wobei die Häufigkeit natürlich vom Verschmutzungsgrad abhängt. Am besten ist die Anwendung von viel klarem Wasser und einfachen weichen Lappen oder Schwämmen. Daneben dürfen auch handelsübliche Sprühreiniger verwendet werden. Auf alkalische Waschlaugen und Säuren sowie fluoridhaltige Mittel ist jedoch zu verzichten. Fett und Dichtstoffrückstände werden mit handelsüblichen, nicht aggressiven Lösungsmitteln (Spiritus, Isopropanol) beseitigt, danach mit reichlich Wasser nachspülen.
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