Vertikalverglasungen

Vertikalverglasungen | Glas | Vertikale Glaselemente

Im Glasbau stellen Vertikalverglasungen den häufigsten Anwendungsfall dar. Linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen sind in DIN 18008-2 Glas bauaufsichtlich geregelt. Ihre Neigung darf maximal 10° gegenüber der Vertikalen betragen; ist der Neigungswinkel größer, handelt es sich um eine Horizontalverglasung. Die Verglasungen dürfen lediglich durch kurzfristige Einwirkungen aus Wind belastet werden. Das Eigengewicht der Scheiben wird über Verklotzungen oder andere mechanische Halterungen abgetragen. Ist bei Vertikalverglasungen mit Anhäufungen von Schnee zu rechnen, wie z.B. bei Sheddächern, gelten die Anforderungen für Überkopfverglasungen. In Abhängigkeit von der Nutzung können jedoch zum Schutz von Verkehrsflächen oder vor dem Anprall von Personen (weicher Stoß) weiterführende Nachweise erforderlich sein. In diesen Fällen sind die besonderen Anforderungen für absturzsichernde Verglasungen zu erfüllen.

Vertikalverglasungen, die keine besonderen absturzsichernden Funktionen übernehmen, sind für planmäßige Lasten wie Wind (DIN EN 1991-1-4 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke), klimatische Einwirkungen (bei Isolierverglasungen) und Eigengewicht zu bemessen. Die statischen Nachweise sind entsprechend DIN 18008-1 zu führen. Für Verglasungen, deren Oberkante mehr als 4,00 Meter über einer Verkehrsfläche liegt, gelten folgende konstruktive Anforderungen:

  • Monolithische Einfachverglasungen aus grob brechenden Glasarten (z.B. thermisch entspanntes Floatglas, Teilvorgespanntes Glas (TVG), etc.) und Verbundglas müssen allseitig gelagert sein
  • Monolithische Verglasungen aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) und monolithisches Einscheibensicherheitsglas in Mehrscheiben-Isolierverglasungen, müssen einem Heißlagerungstest (ESG-H) unterzogen werden

Zum Nachweis der Gebrauchstauglichkeit linienförmig gelagerter Vertikalverglasungen ist die Durchbiegung der Glasscheiben auf 1/100 der maßgeblichen Stützweite zu beschränken. Auf diese Begrenzung kann verzichtet werden, wenn nachgewiesen wird, dass infolge der Durchbiegung der Verglasung eine Mindestauflagerbreite bzw. Einstandstiefe von 5 mm auch dann noch vorhanden ist, wenn die gesamte Sehnenverkürzung der Verglasung nur einem Auflager zugesprochen wird. Bei Isolierverglasungen sollten die ggf. höheren Anforde­rungen der Hersteller an die Durchbiegungsbegrenzung berücksichtigt werden.

Für den Nachweis der Tragfähigkeit ist bei der Ermittlung des Widerstandes gegen Spannungsversagen für Verglasungen ohne thermische Vorspannung der Beiwert zur Berücksichtigung der Konstruktionsart kc = 1,8 bzw. für thermisch vorgespannte Gläser kc = 1,0 zu wählen. Hiermit soll für die Bemessung von Gläsern ohne thermische Vorspannung die geringere Schadensfolge (höhere Resttragfähigkeit) bei Bruchversagen rechnerisch berücksichtigt werden.

Zwei- oder Dreischeiben-Isolierverglasungen aus thermisch entspanntem Floatglas, Teilvorgespanntem Glas, (heißgelagertem) Einscheibensicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas (VSG) aus vorgenannten Glasarten, welche nur durch Wind (charakteristischer Wert der Windlast: 0,8 kN/m²), Eigengewicht und klimatische Einwirkungen belastet werden, allseitig linienförmig gelagert sind und geometrische Grenzen nicht überschreiten (Scheibenflächen ≤ 1,6 m², Scheibendicken > 4 mm, Differenz der Scheibendicken ≤ 4 mm, Scheibenzwischenraum ≤ 16 mm), können für Einbauhöhen bis 20 m ohne rechnerischen Nachweis verwendet werden.

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FAQ – Die wichtigsten Fragen im Überblick

Floatglas satiniert. Besonders für dekorative und hochwertige Anwendungen eignet sich dieses Glas hervorragend. Es liegt auf der Hand, dass satiniertes Glas weniger Licht durchlässte als eine Klarglasscheibe und damit undurchsichtig wirkt. Dahinter liegende Objekte werden nur schematisch wargenommen.
Isolator-Materialien wie Glas sind meist transparent, da ihre Bandlücke größer als die Photonenenergie für sichtbares Licht ist. Diese Photonen können daher nicht durch Valenzelektronen absorbiert werden. Bei Milchglas wird das Licht durch eine raue Oberfläche oder durch Teilchen im Material gestreut.
Bis heute können Forscher nicht genau sagen, ob die Glasherstellung in Mesopotamien, Ägypten oder an der Levante-Küste seinen Ursprung hat. Die ersten vom Menschen produzierten Glasobjekte sind aus dem Jahr 3500 vor Christus. Die Glasperlen fanden Archäologen in Ägypten und dem östlichen Teil Mesopotamiens.

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